Physiotherapie Andrea Lazarev Bonn

CMD Behand­lung durch Phy­sio­the­ra­peu­ten

Die Dia­gno­se „Cra­nio­man­di­bu­lä­re Dysfunk­ti­on“ – kurz „ CMD “ – begeg­net uns in den Medi­en, aber auch in Gesprä­chen mit dem Zahn­arzt, Ortho­pä­den oder The­ra­peu­ten immer häu­fi­ger. Aber was bedeu­tet das eigent­lich genau?

Bei Schmer­zen im Zahn- oder Kie­fer­be­reich wür­den Sie wahr­schein­lich zunächst nach einer Lösung beim Zahn­me­di­zi­ner suchen. Wuss­ten Sie jedoch, dass es zahl­rei­che Grün­de für Schmer­zen der Kie­fer­mus­ku­la­tur und des Kie­fer­ge­lenks gibt? Und was noch viel wich­ti­ger ist: dass die­se Schmer­zen im Rah­men einer ent­spre­chen­den Phy­sio­the­ra­pie bei CMD behan­delt wer­den kön­nen?

Grob gesagt ist „CMD“ ein Sam­mel­be­griff und sagt aus, dass etwas zwi­schen dem Cra­ni­um (Schä­del) und der Man­di­bu­la (Unter­kie­fer) nicht ganz rund läuft. Die Ursa­che kann dabei im Gelenk selbst, oder aber bei umlie­gen­den Struk­tu­ren und benach­bar­ten Gelen­ken lie­gen.

Kieferschmerzen

Wie kommt es zu einer CMD?

Wie bei allen Dia­gno­sen unter­schei­den wir hier zwi­schen aku­ten und chro­ni­schen Beschwer­den. Wir schau­en uns dabei sowohl den Schmerz-Zeit­raum, als auch die Ent­ste­hungs­ur­sa­che ihrer Sym­pto­me an.

Die Kau­mus­ku­la­tur gehört, auf ihre Grö­ße bezo­gen, zu einer der stärks­ten Mus­kel­grup­pen des mensch­li­chen Kör­pers. Bei einem erwach­se­nen Men­schen kön­nen mit ihr bis zu 80 Kilo­gramm bewegt wer­den. Da aber mit gro­ßer Macht auch gro­ße Ver­ant­wor­tung ein­her­geht, kann bei einer Fehl­funk­ti­on die­ser Mus­ku­la­tur schnell  eine zu hohe Belas­tung auf Struk­tu­ren kom­men. Die­se sind dar­auf nicht aus­ge­legt sind.

Mög­li­che Grün­de für aku­te Schmer­zen

  • Kurz­zei­tig erhöh­ter Stress­pe­gel
  • Ver­let­zun­gen oder Unfäl­le
  • Plötz­lich auf­tre­ten­de Zahn­schmer­zen
  • Ope­ra­tio­nen im Kie­fer oder im Bereich der Hals­wir­bel­säu­le
  • Lan­ge gehal­te­ne Gelenk­po­si­tio­nen, wie zum Bei­spiel durch eine zahn­ärzt­li­che Behand­lung
  • u.v.m.

Typi­sche Sym­pto­me

  • Ein- oder beid­sei­ti­ge Kopf- oder Kau­schmer­zen
  • Zäh­ne­knir­schen und Kna­cken im Kiefer(gelenk)
  • Nacken- und Schul­ter­ver­span­nun­gen
  • Rücken­schmer­zen
  • Ver­här­tun­gen in der Wan­ge
  • Tin­ni­tus
  • Schwin­del
  • Ver­min­der­te Mund­öff­nung
  • Schmer­zen bei Mund­öff­nung oder Mund­schluss

Wie kann Phy­sio­the­ra­pie Ihnen hel­fen?

Da der Mensch kom­plex auf Fehl­stel­lun­gen reagiert, sind Ursa­chen und Fol­gen einer Fehl­stel­lung im gesam­ten Kör­per zu fin­den. Spre­chen Sie des­we­gen mit Ihrem Zahn­arzt oder Ortho­pä­den, ob eine sol­che Manu­el­le The­ra­pie (unter der Dia­gno­se CMD) für Sie in Fra­ge kommt. Unse­re spe­zi­ell in CMD geschul­ten Physiotherapeuten/innen wer­den Sie in jedem Fall erneut mit­tels eines Ana­mne­se­ge­sprächs und einer Befund­er­he­bung unter­su­chen.

Wenn ein Mus­kel oder eine gan­ze Mus­kel­grup­pe über einen län­ge­ren Zeit­raum mit Ver­span­nun­gen zu kämp­fen hat, bil­den sich Trig­ger­punk­te. Die­se kön­nen mit Hil­fe einer spe­zi­el­len Trig­ger­punkt The­ra­pie gelöst wer­den. Ein Vor­teil für Sie: In die­sem Fall erfolgt erfah­rungs­ge­mäß sehr kurz­fris­tig eine Lin­de­rung.

Bei arthro­ge­nen (im Gelenk) Pro­ble­men, wie zum Bei­spiel asym­me­tri­scher oder ver­min­der­ter Mund­öff­nung, arbei­ten wir in der Phy­sio­the­ra­pie mit Zug und Mobi­li­sa­ti­ons-Tech­ni­ken. Damit geben wir Ihrem Ihrem Kie­fer sein ursprüng­li­ches Bewe­gungs­po­ten­zi­al zurück.

Das Ziel

Mit einer guten phy­sio­the­ra­peu­ti­schen Behand­lung erreicht man eine deut­li­che Ent­span­nung der Kie­fer­ge­lenk-Weich­tei­le. Neben der funk­tio­nel­len und seg­menta­len Mobi­li­tät des Kie­fer­ge­len­kes und des Hals­wir­bels ist dies das wich­tigs­te Ziel der Phy­sio­the­ra­pie bei CMD. Im Vor­der­grund steht natür­lich eine Schmerz­re­duk­ti­on und im bes­ten Fall dau­er­haf­te Schmerz­frei­heit. Dar­über hin­aus soll­te durch die Phy­sio­the­ra­pie auch eine bewuss­te Kör­per­wahr­neh­mung, eine Hal­tungs­kor­rek­tur,  sowie die moto­ri­sche Kon­trol­le wie­der­erlangt wer­den. Die Kie­fer­ge­len­ke kön­nen auf die­se Wei­se natür­lich ent­las­tet und sta­bi­li­siert wer­den.

Mög­li­che Grün­de für chro­ni­sche Schmer­zen

  • Lan­ge anhal­ten­der Stress oder psy­chi­sche Belas­tung
  • Zahn­fehl­stel­lun­gen
  • Arthro­se des Kie­fer­ge­lenks
  • Ange­wohn­hei­ten wie nächt­li­ches Knir­schen, Bei­ßen, ein­sei­ti­ges Kau­en
Anatomie Kiefer

Koope­ra­ti­on mit dem Zahn­arzt

In unse­rer phy­sio­the­ra­peu­ti­schen Pra­xis sind wir dar­auf geschult, CMD-Pro­ble­ma­ti­ken von außen, aber auch (selbst­ver­ständ­lich mit Ihrem Ein­ver­ständ­nis) inner­halb Ihres Mun­des zu behan­deln. Kom­mu­ni­zie­ren Sie dies vor der Behand­lung mit Ihrem The­ra­peu­ten oder Ihrer The­ra­peu­tin.

In Zusam­men­ar­beit mit Ihrem Zahn­arzt stel­len wir die effek­tivs­te The­ra­pie für Ihr Kie­fer­pro­blem zusam­men. Vor allem in schwer­wie­gen­den Fäl­len ist eine kon­struk­ti­ve Zusam­men­ar­beit zwi­schen Zahn­arzt und Phy­sio­the­ra­peut abso­lut rat­sam. Nicht nur, um einen gegen­sei­ti­gen Infor­ma­ti­ons­aus­tausch zu gewähr­leis­ten, son­dern auch um für CMD-Pati­en­ten das best­mög­li­che the­ra­peu­ti­sche Ergeb­nis zu erzie­len.